Freitag musste ich bis 17 Uhr arbeiten. Kaum war ich daheim, erschien auch wie verabredet Thomas zum Hufe machen. Er hatte auch meine Mail gelesen, das bei Svandis wohl doch Hufrehe vorliegt. Er kann sich auch nicht erklären, wieso weshalb und überhaupt.
Hufe machen war Freitag mal wieder eine mittlere Katastrophe. Mit Björt angefangen. Sie wollte nicht, so gar nicht. 3x zog sie mir die Hufe aus der Hand. Beim letzten Huf fing sie wieder an mit Steigen und beißen. Eine blöde Kuh!
Thomas hat ihr echt noch nie was getan. Und so schlimm hat sie sich schon lang nicht mehr benommen.
Svandis hatte Schmerzen – daher wollte sie natürlich die Vorderhufe schon mal gar nicht geben. Wir haben auch ganz ganz schnell gemacht. Sohle komplett stehen lassen, Trachten lang gelassen – nur den Außenrand wieder rund geschnitten die Zehen etwas eingekürzt und eben wieder Den Huf rund gemacht. Danach konnte Svandis kein bißchen laufen. Also Polsterverband in Hufschuh und mit Schmerzmitteln abgefüllt.
Da es schon kurz nach 19 Uhr war, als wir mit allem fertig waren – und es schon wieder anfing zu dämmern, und ich zu Claudia wollte – hatte Björt die ganze Woche frei.

Geschafft!
Der zweite Schnitt Heu ist auch vom Acker. Nachdem am Mittwoch 89 Bund gepresst und abgeladen wurden, kamen heute vom anderen Wiesenteil nochmal 191 dazu. Der Zähler an unserer Presse stand zwar bei 175 Bund, aber das manuelle Nachzählen ergab 191.
Dank fleißiger Helfer aus der Familie, war das Heu schnell gepresst, aufgeladen und auf dem Dachboden verstaut.
Nun bekomme ich meine zwei Damen aber wirklich gut über den Winter.

Svandis erhält seit Montag ja Medikamente. Seit Dienstag spritze ich ihr morgens und abends Heparin zur Blutverdünnung, und sie bekommt Entzündungshemmer. Mittlerweile geht sie auch wieder freiwillig im Paddock umher. Frech ist sie sowieso. Svandis und Björt genießen ausgiebig die Massagen. Björt mag das Nichtstun nicht so gern – aber nun, da das Heu eingefahren ist, komme ich vielleicht auch mal wieder zum reiten.

Eigentlich wollte ich die Augen davor verschließen, doch es ist wohl wirklich so.

Svandis hat Hufrehe

Geht kein Weg dran vorbei.
Seit Donnerstag geht es im Prinzip ja immer schlechter. Und das Hippopalazon hat letzte Woche irgendwie so gar nicht angeschlagen. Trotz Medikamente hat Thomas auch gesehen, das sie auf allen 4ren nicht klar geht. Hmm… Samstag und Sonntag hat Svandis den Großteil des Tages liegend auf der Weide verbracht. Gefressen hat sie dabei nicht. Darum ließ ich sie da rumliegen. Auch heute hat sie wohl 90 % des Tages auf der Wiese gelegen und nicht gefressen. Meine Eltern haben es nicht geschafft sie von der Weide zu bekommen. Weder mein Vater noch meine Mutter schafften es. Obwohl sie ihr das Stallhalfter aufgetan hatten. Ich hab Svandis um halb vier dann böse ausgeschimpft und da kam sie dann sehr wiederwillig mit in den Stall.

Um 16.45 Uhr kamen unsere 2 Tierärzte. Beide waren sofort der Meinung : hochgradige Hufrehe. Svandis brauchte sich gar nicht groß bewegen. Es reichte ein halber Schritt. Sofort Aderlass.
Erst linke Halsseite. Die Braunüle saß ziemlich schnell zu und das Blut ist fast noch im Schlauch geronnen. Trotz Braunüle spülen mit Kochsalzlösung kam aus der Ader nix mehr raus. Also wurde die Halsseite gewechselt. Auch die Ader war nicht so prickelnd. Aber ca 4 Liter Blut haben wir insgesamt abgezapft bekommen. Heparin und Phenylbutazon wurden wieder gespritzt. Vorn bekam Svandis Angußverbände.

Ab morgen früh muss ich dann morgens und Abends Heparin unter die Haut spritzen und Metacam ins Maul geben.
Mittwoch oder Donnerstag telefonieren wir nochmal wie es Svandis geht.
Weide ist tabu
Kraftfutter natürlich auch

Der ganze Scheiß von vorn.

Sonntag habe ich den Stall bißchen ordentlich gemacht, und die Hütte tief mit Sägespäne ausgestreut und „Abfallheu“ drüber, das es weich ist. Als ich Svandis mittags von der weide schliff, stand sie dann auch gern in der Hütte. Leider hat sie auch ordentlich da rein gepinkelt…
Dann Essen kochen, da meine Eltern weg waren. Um 13 Uhr kamen sie endlich – Essen musste wieder aufgewärmt werden (Bratkartoffeln, Kohlrabi, Schnitzel) Anschließend wieder Heu wenden und ich Ränder nachziehen.
Meine Eltern waren zum Kaffee eingeladen. Kamen um 17.30 Uhr wieder – da haben wir das Heu dann in Reihen gezogen, weil wir eigentlich heut pressen wollten.
Ich habe Svandis dann eine Runde um den Heuacker zwangsbeweget. Sie humpelte anfangs, lief sich dann relativ gut ein. Ging sogar recht flott neben mir her. Interessierte sich überhaupt nicht für die Großballenpresse neben uns auf Walters Wiese. Ballen wurden gepresst und gewickelt – das hat sie kein bißchen gestört.
Mit Björt bin ich die gleiche Runde gelaufen. Auch sie blieb super ruhig neben der Presse. Sind schon coole Pferde wenn es drauf ankommt.
Kaum war ich mit den Pferden fertig, setzte der Regen ein. So ein Mist.

Freitagnachmittag war Thomas kurz hier und guckte nach Svandis Hufen. Druckempfindlich war sie nicht, aber laufen konnte sie trotzdem nicht gut. Nach Hufabzess haben wir geforscht, aber da Svandis nicht auf Druck reagierte war da nichts. Wochenende noch abwarten, dann wieder Tierärztin anrufen.

Samstag war ich ab 9 Uhr draußen. Unkraut ausziehen usw. Ab 10.30h guckte ich immer, ob Svandis noch liegt oder wieder steht. Sie stand erst um kurz nach 12 Uhr wieder auf – da habe ich sie gleich in den Stall geführt. Aber solange sie gelegen hatte, hat sie auch nicht gefressen.
Nach Mittag hat mein Vater unser Heu gewendet, und ich habe wieder die Ränder mit der Harke nachgezogen und die dicken, feuchten Stellen aus dem Waldschatten in die pralle Sonne getragen.
Um 17 Uhr habe ich mir Samstag Björt geschnappt und bin mit ihr 1 Stunde in den Wald geritten. Man war die drauf. kaum zu halten. Auf einer Galoppstrecke ließen wir 2 Großpferden ca 200 m oder mehr Vorsprung – die Strecke ist nicht so arg lang – ich musste Björt sehr abbremsen – sonst hätten wir die Großen locker überholt.
Die 2 bogen dann ab auf eine andere Strecke – für die Richtung Heimat (stehen bei Gabi in der Reithalle) – ich ritt noch eine Schleife und hatte sehr mit Björts Geschwindigkeit zu kämpfen. Da zitterten mir echt teilweise die Knie. War heftig die Kleine.
An der Reithalle hatten wir die Großpferde übrigens wieder eingeholt.

Den Abend verbrachte ich bei meiner Freundin. Bis fast zum Ende haben wir bei „Schlag den Raab“ durchgehalten. Wegen heftiger Müdigkeit und Muskelkater bin ich aber doch noch vor dem Ende der Show abgehauen.