Dexter hat es mal wieder geschafft. Er hat sich Montagabend – entweder beim Fußball spielen, oder im Pferdestall – die Wolfskralle an der linken Vorderpfote eingerissen. Montag habe ich es erst gar nicht gemerkt. Erst als er gar nicht aufgehört hat an der Pfote zu lecken, ist mir aufgefallen, dass es etwas blutet. Dienstagfrüh schien es nicht so schlimm zu sein, er humpelte zwar etwas, aber Blut habe ich nicht mehr gesehen, und geleckt hat er auch nicht mehr. Als ich abends heim kam, stand die Kralle etwas schief ab, es blutete wieder etwas und es tat Dexter augenscheinlich weh. Ich habe mir dann den Hund geschnappt, Verbandsmaterial und die Kralle (bzw. die Pfote) eingepackt. Fand er nicht gut, aber so konnte er mit draußen rumlaufen bei den Pferden, und in der Nacht konnte er nicht dran rumlecken oder knabbern. Bei der Tierärztin hatten wir dann heute Abend einen Termin. Da die Kralle noch recht fest war, die Haut drumherum aber eingerissen, konnte die Ärztin die Kralle nicht ganz entfernen. So wurde der Übeltäter nur drastisch eingekürzt und es gab einen dicken Verband und eine Schmerzspritze. Wenn Dexter den Verband abknabbert, oder der Verband bei Regenwetter und draußen durchnässt, muss er neu gemacht werden. Auf jeden Fall soll die Kralle bis Freitag verbunden bleiben. Entweder – wenn Verbandwechsel ansteht – wieder zur Tierärztin oder selbst machen. Da ich ja reichlich Verbandwatte und Mullbinden und selbsthaftende Verbandspflaster habe, werde ich den evtl Wechsel selbst machen.
Zuerst war der kleine Mann sehr beleidigt, dass ich mit ihm zur Tierärztin bin, mittlerweile kuschelt er aber schon wieder mit mir. Also alles nicht sooo schlimm.

In den letzten Wochen / Monaten ist nicht viel passiert. Daher habe ich auch nichts geschrieben. Nach dem Sommerurlaub, in dem dieses Jahr kein Heu eingefahren wurde, stand wieder viel Büroarbeit auf dem Plan und Abends dann Haus, Hof und Pferde. Die Hufschmiedetermine in der Zwischenzeit verliefen ohne neue Katastrophen, Ab und zu bin ich allein oder mit meiner Mutter, oder mit Neffe 2.0 mit den Pferden spazieren gegangen. Die Pferde genießen es, dass sie seit April ganztägig – bzw, auch nachts – zwischen Weide und Stall wählen können. Sie freuen sich, wenn ich komme – brauchen mich aber nicht unbedingt, habe ich das Gefühl. Björt hat jetzt im Herbst schon wieder drei mal den Zaun am Abend als Hinderniss zwischen ihr und dem Abendessen betrachtet. Zum Glück steht sie dann höchstens am Birnbaum oder auf dem Hof und guckt wo ich bleibe.
Natürlich ist auch wieder der Aufsitzmäher und die Motorsense im Einsatz gewesen in der letzten Zeit. Im Sommer eher weniger, da bei der Trockenheit das Gras kaum gewachsen ist, Jetzt ist aber noch etwas nachgekommen. Den Hof und den Weg zum Offenstall habe ich mit der Unkrautbürste an der Stihl-Sense wieder frei bekommen. Die Bäume werfen das Laub dieses Jahr nur sehr zögerlich ab. Da ist noch sehr viel drauf im Moment. Also wartet da noch ein wenig Arbeit auf mich.

Wie jedes Jahr im Juni habe ich meinen “Heuurlaub”. Seit April war ich dabei auf dem Stallboden das Heu von 2021 umzustapeln. Dadurch das Björt “Ohne Zähne” kaum noch Heu frisst, habe ich in diesem Winter nicht so viel Heu verbraucht. Bis März diesen Jahres habe ich sogar noch Heu von 2020 verfüttert. Björt bekommt morgens und abends Heucobs und Rübenschnitzel gemixt, abends noch mit Seniormüsli verfeinert. Das mag sie gern und wartet schon darauf, das ich komme. Natürlich knabbert sie auch noch etwas Heu, Gras kann sie noch super fressen. Svandis allein benötigt nicht so viel Heu. Statt 2 HD Bunde am Tag, kam ich diesen Winter/ das Frühjahr mit einem HD Bund pro Tag hin. Nun ist der Dachboden trotz hin und herpacken der alten Bunde noch immer zu 3/4 gefüllt. Da habe ich mir dann in meiner ersten Urlaubswoche überlegt, dass ich dieses Jahr kein Heu mache. Unsere Nachbarn nehmen meine Wiese zu ihrer Heuernte dazu. Für ihre über 30 Pferde benötigen sie ja etwas mehr als ich.
Anfang Mai hatten meine Mutter und ich – trotz aller Vorsicht und Impfungen – auch eine Coronainfektion. Habe ich wohl von ein/zwei Kolleginnen mit nach Hause gebracht. Noch immer merke ich, wenn ich etwas “anstrengendes” machen will, dass noch nicht alles okay ist. Bin schnell schlapp und ständig müde. Wenn ich also daheim im Urlaub mit der Motorsense hantiere, Rasen mähe, Stall miste usw. alles geht momentan nur etwas langsamer und mit einigen Pausen. Vielleicht ist es da ganz gut, dass nicht auch noch die Heuernte dazu kommt.
In meiner ersten (halben) Urlaubswoche, war das Wetter nicht so prickelnd, es hat hier in der Ecke niemand Heu gemacht. In der zweiten Woche fingen die Bauern rundherum an. Auch unsere Nachbarn machten 4 ihrer Wiesen zu Heu – 4 (bzw mit meiner 5) Wiesen müssen aber noch zu Heu werden. Die sind noch nicht gemäht. Björt und Svandis haben seit Anfang Juni wieder 24 Stunden Weidegang, bzw. können auf die Wiese wie sie wollen. Im Stall ist immer Heu zum knabbern, sie finden es wieder total toll. Sobald die Sonne “zu lange” scheint gehen Björt und Svandis in den Stall, Nachts sind sie dann draußen. Die Wärme am Freitag und Samstag mochten die Pferde gar nicht. Auch Dexter mag es nicht so heiß, er schleicht dann immer von einer schattigen Ecke in die nächste.
Dexter war auch wieder mit seiner jährlichen Impfung dran – das hat er artig über sich ergehen lassen. Nur als wir dann an den Vorderpfoten die Krallen kürzen mussten, da wurde er wieder unfreundlich. Alles was seine Pfoten betrifft, das geht gar nicht. Doch da musste er durch.
Ab und zu gehe ich mit den Tieren spazieren, das finden sie alle gut.

Nun ist schon meine letzte Urlaubswoche angebrochen. Heute findet noch ein Beratungsgespräch wegen einer Luft-Wärme-Pumpe statt. Da wir auch versuchen wollen, weniger Heizöl zu verbrauchen. Zum Zahnarzt muss ich dieses Woche auch noch. Eigentlich wollte ich mit meiner Mutter noch in den Tierpark Sababurg, mal gucken ob wir das schaffen. Der Trecker muss noch zum TüV, und falls die Nachbarn dann meine Wiese mähen, muss ich ja noch die Ränder nachmähen, damit die Zäune frei sind. Also zu tun habe ich noch genug, auch wenn ich selbst kein Heu mache.

Anfang des Jahres haben wir uns überlegt, dass es bei uns vielleicht ganz günstig wäre, eine Photovoltaikanlage zu installieren. Anfang Februar erfolgten zwei / drei Beratungsgespräche und letztendlich haben wir uns für einen Anbieter aus Gütersloh entschieden. Im März habe ich mich dann aufgerafft, und den Hobbkeller meines Vaters aus/umgeräumt. Vieles kann bzw. muss weg, anders musste vorerst an einen anderen Platz ziehen.
Am 07.04.22 sollte es dann auch losgehen. Am Montag herrschte leider etwas viel Wind und es gab “gut” Regen. So wurde nur das Gerüst vor dem Haus und hinter dem Stallgebäude aufgebaut. Im Haus wurden die Vorbereitungen für die Elektrik getroffen. Den Dienstag hat der Wind zum Glück nachgelassen und der vorhergesagte Dauerregen setzte auch nicht ein. So kamen die Handwerker gut voran. Am Dienstagabend waren an der Ost und Westseite unseres Hauses die Halterungen und Elektrokabel für die Solarpanels befestigt. Am Mittwoch erschienen die Monteure nur zu zweit. An den vorangegangenen Tagen waren sie zu viert bzw. zu dritt. Jedoch kamen die Beiden am Mittwoch mit dem Anbringen der Solarpanels sehr gut voran. Am Nachmittag gegen 16.30 Uhr waren auf der Ostseite 16 Solarpanels befestigt und auf der Westseite sind 15 Einheiten verbaut.
Dann hieß es Warten, bis zum Termin zur Installation des Speichers und dem Verlegen weiterer Kabel – für eine Wallbox, falls dann doch mal ein Elektroauto einziehen sollte. Das passierte am 29.04. Auch die Elektriker kamen püntlich, wie angekündigt und arbeiteten zügig. Bereits gegen 14 Uhr stand der Speicher und die Kabel in die Garage waren gezogen. Die Verbindung zu den Solarpanels stand. Leider konnte die Anlage noch nicht in Betrieb gehen, das von Westfalen-Weser-Netz der alte Zähler noch getauscht werden musste. Das Ganze ging am 11.5. über die Bühne. Seitdem läuft die Solaranlage und wir konnten bisher vom selbsterzeugten Storm unser Haus, den Pferdestall/Zaun und andere Geräte gut versorgen.
Bisher sind wir sehr zufrieden – so wie es gelaufen ist.

Ach ja – am 1.6.22 stand dann plötzlich auch die Glasfaser-Firma vor dem Haus und wollte den Hausanschluss durchführen. Knapp 2 Jahre nach Vertragsabschluss und ohne Ankündigung. Sowas liebe ich ja. Ich war im Büro und konnte nicht weg. Zum Glück war meine Mutter daheim. Leider haben die Handwerker den vorhandenen Haustelefonanschluss beim “Durchschießen” geschreddert, so waren wir bis zum 2.6 telefonisch nicht erreichbar. Internet hat mein Burder uns über einen “Stick” eingerichtet. Zum Glück konnte der Telekomtechniker den Schaden am Folgetag beheben. Nun müssen wir weiter warten, dass im Keller von einer weiteren Firma der “APL” angebracht wird, dann soll uns noch sowas wie ein “ONT” zugesandt werden, und dann muss alles zusammengedengelt werden und dann… irgendwann… dann könnten wir hier auch schnelles Internet haben. Kann sich wohl wieder nur um Jahre handeln.

Im Januar ist nicht viel los gewesen. Unsere maroden Oeltanks wurden ausgebaut. Leider gibt es Lieferengpässe, so dass wir momentan mit Behelfstanks/Leihtanks für die Heizung auskomen müssen. Wir wollen aber auch weniger mit Oel heizen, daher planen wir mit einer Luft-Wärme-Pumpe und Photovoltaik. Das wird alles in den nächsten Monaten kommen. Was Wetter war im Januar nicht prickelnd. Auch der Februar war mir bisher viel zu nass, zu warm und zu windig. Meinen Mist konnte ich nicht als Dünger ausbringen. Ich werde “stampfen” und dann hoffentlich nach der Heuernte als Dünger ausbringen können. Gleich das erste Februarwochenende war ziemlich windig. Björt und Svandis hat das nicht gestört. Björt steht bei solchem Wetter im Paddock mit dem Po zum Wind. Svandis bleibt im Stall, sonst könnte sie ja nass werden. Nachdem es in der Nachts zum 6.2. ziemlich unruhig war, bin ich Sonntags mit den Pferden eine kleine Runde spazieren gegangen. Einmal gucken, ob in unserem Wald was passiert war. Dort war aber alles in Ordnung. Die Pferde fanden die Windböen und das Knacken der Äste etwas gruselig, blieben aber sehr ruhig. Dexter fand es toll und rannte um uns herum und in den Wald und wieder heraus. Danach konnten wir alle einen Nachmittagsschlaf machen. Dann ist bald danach “Ylenia” über uns hinweggezogen. Um Schäden möglichst gering zu halten, habe ich den Pferdehänger in eine Windgeschützte Ecke gestellt. Der Kleinkram in den Unterständen und am Pferdestall etwas windsicher versteckt. Der Wind hat ordentlich gepustet und die Abdeckung auf unseren Schornsteinen hat arg gewackelt. Aber es blieb alles heil. Bei “Zeynep” hatten wir nicht so viel Glück.
Der Haselnussbaum hat die Nässe der letzten Wochen, den Aufgeweichten Boden und dem Wind nicht standhalten können.
Abends beiim Füttern um kurz nach 19 Uhr hatte er leichte Schieflage. Dreieinhalb Stunden später war er noch weiter zur Seite gekippt. Die Nacht war sehr unruhig. Ich dachte zeitweise, dass die Abdeckung der Schornsteine angerissen wird. Das hörte sich schlimm an. Dexter war auch sehr unruhig. Viel Schlaf hatten wir nicht. Morgens beim Füttern hingen dickere Äste des Haselnussbaums über dem Weg. Einige Zweige ragten in den Stall. Zum Glück ist nichts passiert. Pferde gesund, Stall heile. Nur der Baum, der war nicht mehr zu retten. Samstag vormittag musste ich mit meiner Mutter einkaufen, da sie wegen einem neuen Wäschetrockner und einer neuen Esszimmerdeckenleuchte gucken wolte.
Der Bruder kam mit Frau und Kindern am Mittag. Die Kettensäge unseres Vaters wurde angeworfen und mein Bruder hat den Baum gefällt und kleingeschnitten. Der große Neffe durfte auch mit der Säge die Äste in handliche Stücke schneiden. Das Holz haben sie mitgenommen für ihren Holzofen. Meine Mutter und ich haben noch genug Holzvorräte. Das dünne Sprickerholz werde ich vermutlich schreddern und im Paddock als Belag verteilen. Um kurz nach 14 Uhr waren wir mit dem Baum durch. Das Holz lag auf dem Hänger hinter dem Yeti. Andreas hat dann im Haus noch eine Powerline installiert. Durch die geplante Photovoltaikanlage, benötige ich demnächst ja Internet im Keller. Als unsere Helfer weg waren – Neffe 2.0 hat hier geschlafen – habe ich noch die Zaunbänder ersetzt, die durch den Sturm gerissen oder angerissen waren. Im Garten habe ich die Steckpfähle wieder hingestellt und den Zaun gezogen. Und dann war auch schon Abendbrotzeit für die Pferde.
Heute haben wir lange geschlafen. Am frühen Nachmittag habe ich die Pferde auf die Wiese geschickt und den Stall gemistet, das Abendessen für die Pferde schon vorbereitet. Den Nachmittag haben meine Mutter, Ben und ich mit Puzzeln verbracht. Ich scheine jedoch ein recht kniffliges Puzzle erwischt zu haben. So richtig viel haben wir nicht gefunden. Da es ein Star Wars Puzzle ist, haben wir, nachdem der kleine Junge abgeholt wurde, die Teile wieder in den Kasten verstaut und die bereits zusammengesetzen größeren Teile auf Papier gelegt und auch in die Schachtel. Können wir beim nächsten Besuch weiter machen. Tja, und nun ist das Wochenende schon wieder rum. Der nächste starke Wind rüttelt schon wieder an den Fenstern. Langsam reicht es damit wirklich.