Die ganze Woche hatten die Pferde wieder Regenfrei. Donnerstag wurde es endlich besser mit dem Wetter. Was mir wieder Kopfweh bescherte und Svandis schwitzt beim Nichtstun.
Donnerstagabend konnte ich aber immerhin beide Pferde an der Longe auf dem Hof gehen lassen. Mit Svandis bin ich noch 3 mal die 30 Meter vom Hof zur Garageneinfahrt gejoggt. Sie trat sehr gut zu und ging im Trab auch klar.
Da Björt nur sehr ungern und überhaupt nicht klar an der Hand trabt oder töltet, habe ich mit ihr statt joggen lieber Biegungen und Seitengänge an der Hand geübt. Dabei macht sie begeistert mit.

Freitag war ich mit Claudia am Abend im Kino. Den neuen „Bond“ gucken – weil Claudia so gern wollte. Casino Royale habe ich bis heute nicht gesehen – und mir gefiel der Film „Ein Quantum Trost“ auch nicht. Zu viel Krawall, zu schnelle Schnitte, zu viele Tote und viel zu viel Blut. Das ist für mich kein Bond. Aber die ganzen Kinder im Kino fanden den Film scheinbar gut. Der Kinosaal war auch voll. Naja, wer es mag. Ich nicht.

Heute bis kurz nach 16 Uhr gearbeitet, kurz vor 17 Uhr daheim gewesen.

Meine Eltern haben heute den ganzen Tag Mistgefahren. Die ganze Miste ist leer. Im Garten liegt etwas, Onkel + Tante haben etwas abbekommen und 5 Hänger voll Mist sind auf der Heuwiese als Dünger. Eigentlich wollte ich ja beim Misten dabei sein. Konnte Vater wieder nicht abwarten. Aber ganz lieb von den Eltern! Großes Danke!

Als ich mit Essen warm machen und so fertig war, war es auch schon wieder finster.
Habe meine beiden Pferde nur gefüttert und geschrubbelt…
Nun ist Feierabend…

Sonntag hieß es: früh wie immer auf stehen und Pferde versorgen. Statt wieder ins Bett kuscheln jedoch: ab unter die Dusche, und fertig machen. Kurz vor 8 Uhr bin ich losgefahren zum Tanken und Marion abholen.
Der Seminartag „Die natürliche Selbsthaltung des Pferdes“ sollte lt. Plan um 10 Uhr beginnen. Wir waren sehr pünktlich – so 20 vor zehn – in Walsrode-Vethem auf dem Hof von Karin Kattwinkel. Das Seminar war eine VFD Veranstaltung, und die Referentin war Karin Kattwinkel. (http://www.equo-vadis.de/)
Insgesamt waren so knapp 20 Teilnehmer da – alle vom VFD, außer Marion und ich… Machte aber nichts, wir wurden herzlich in der Runde aufgenommen.
Der Tag begann mit ausgiebiger Theorie zum Körperbau und Muskel + /Sehnenaufbaus des Pferdes. War schon ziemlich interessant und gut gemacht. Fr. Kattwinkel war sehr engagiert und stellte den Teilnehmern auch Fragen, oder ließ Fragen zu den jeweiligen Ausführungen zu. Ohne dabei den Faden in ihrem Theorieteil zu verlieren, beantwortete sie auch etwas abweichende Fragen, die so nicht unbedingt etwas mit dem Thema zu tun hatte.
Nach der Theorie bekamen wir von Frau Kattwinkel eine Hofführung und es wurde uns die Pferdesauna, die Rotlicht/Heißluftanlage und die Gastboxen, Therapiepaddocks usw gezeigt. Ist kein sehr großer Hof, doch sehr nett und zweckmäßig. Mit Reithalle (32 x 18 m) und einigen Boxen, Paddocks und Auslaufboxen. Hab leider nicht mitbekommen, wie viele Pferde derzeit dort sind. Ist auch abhängig von den „Patienten“. Gegenüber vom Hof ist noch ein 20×60 m Reitplatz, der auch zum Hof gehört.
Nach der Hofführung gab es ein Mittagessen und dann begann der praktische Teil.
2 Teilnehmerinnen hatten ihre Pferde mit. Martina mit ihrem 11 jährigen Westfalen (183 cm Stockmaß) und Christine mit ihrer Camarguestute Esmeralda (16) Vom Hof wurden noch 3 Pferde zur Begutachtung zur Verfügung gestellt: 1 polische Trakehnerstute, 1 16jähriger Vollblutaraber (Rehapatient) und Anni, eine 16järige Stute – sehr gut ausgebildet, weit im Training – eben als Positivbeispiel…
Araber und Anni kamen erst später. Zuerst wurden der Westfale, die Camargue und die Trakehnerstute geführt im Schritt und Trab. Wir sollten uns „Notizen“ machen, was uns so auffiel und dann eben völlig „Wertungsfrei“ eine Beurteilung abgeben. Habe auch die meisten Schwachstellen erkannt und lag mit meinen Vermutungen richtig – fast alle Teilnehmer haben die Aufgabe gut gelöst.
Dann wurden Westfale und Camargue vorgeritten, Frau Kattwinkel hat die Reiter etwas korrigiert und anders gesetzt, Tipps zur Körperhaltung des Reiters, der Zügelführung und allem gegeben, und die Pferde gingen nach ein paar ganz wenigen Minuten wesentlich anders.
Der Araber wurde nur als Anschauungsobjekt für ein völlig verspanntes und falsch trainiertes Pferd in die Halle geholt. Wir durften mal den Rücken abtasten und die Halsmuskeln. War nicht gut bemuskelt oder gut Trainiert – sah aus wie ein 2jähriges ungerittenes Pferd.
Mit Anni durfte dann eine Teilnehmerin Seitengänge und Biegungen und Piaffe vom Boden aus üben.
Der Tag war sehr interessant und lehrreich. Hat mir gut gefallen. um 17.20 Uhr war Schluss.

War um kurz nach 19 Uhr wieder daheim auf dem Hof.

Heute morgen wollte ich Lotto spielen, aber bevor ich losfuhr, erinnerte mein Vater mich an Feiertag in NRW – also wird das nichts mit 12 Millionen Lottogewin. Schade aber auch.
Dafür haben wir unseren Miststreuer soweit fertig gemacht, das wir theoretisch Mistfahren könnten. Muss nur mal ein paar Tage kühl und trocken sein.
Mein Vater hat anschließend auf unserem Hof nun das provisorische Bändertor durch eine richtige Absperrung ersetzt. Sieht besser und ordentlicher aus.
Svandis und Björt habe ich die Nutzung der Absperrung dann am Beispiel erklärt. Sie fanden das auch ok so und machten kein bißchen Stress.
Mit Björt bin ich dann (im leichten Misselregen) durch Oberbecksen geritten.
Sie ging nett und schön am Zügel. Bis zum Berg zu den Schafwiesen. Da hatte ich wieder alle Hände voll zu tun, sie im Schritt um die Ecke zu bekommen, bis man den Berg einsehen kann. Als klar war das niemand von oben kommt, durfte Björt auch laufen. Nach dem ersten Auspowern lässt sie sich auch gut reguliern, so das wir ganz entspannt im Schritt heim gehen konnten – sogar auf dem Feldweg neben Gabis Großpferden.
Mit Svandis bin ich dann auch los. Habe sie gesattelt und bin aufgestiegen. Svandis war ganz erstaunt das sowas geht. Blieb erstmal stehen. So nach dem Motto „was soll das?“ An den Silagerollen vorbei – heut mal ohne Bocken – bis ans Ende unserer Heuwiese. Da wollte Svandis dann umdrehen und wieder heim – reicht doch. Aber sie musste weiter. Oben am Feldweg hatten wir dann wieder das Problem ‚gucken, aber nicht gehen – und schon mal pauschal nicht rechts zur Straße gehen‘ 4 mal rückwärts gehen, drei Kringel und 2 Buckler später ging sie aber lieb den Feldweg zur Straße lang. Auf dem Seitenstreifen gings zum Südweg, da bin ich abgestiegen und habe runtergeführt. Soll fürs erste reichen. Hat sie fein gemacht. Und gehumpelt hat sie kein bißchen. Ist richtig gut zugetreten.

Wie schon die ganze Woche, war auch der Freitag verregnet. Habe recht früh Feierabend machen können, so das ich noch Zeit für die Pferde hatte.
Während ich gemistet hab, waren die Pferde wieder auf der Wiese. Svandis wie immer die letzte Zeit mit Maulkorb. Sie mag das Ding nicht. Beeile mich auch immer beim Misten, das die nicht länger als 20 oder 30 Minuten draußen sind. Haben die Hälfte der Zeit mit Rumbocken verbracht. Kaum war ich fertig mit Misten, wurde der Regen wieder schlimmer. Nach dem Stall sauber machen habe ich mir Björt geschnappt und meine Regenjacke und wir sind die Hausrunde geritten.
Am Backsweg ist Großbaustelle. Da wird irgendwas in die Erde verbuddelt. Bagger und rot-weiße Barken stehen herum, ebenso wie Baustellenfahrzeuge… Björt kann richtig groß werden. Echt niedlich, wenn sie sich aufregt. Bachstraße bis zur Autobahnbrücke war dann nicht so gefährlich, und im Wald wollte sie dann aber endlich wieder Gas geben. Bißchen durfte sie auch, aber aus dem Wald heraus auf den Feldweg wollte ich
Björt nicht rennen lassen, wegen Gabis Großpferden, die da auf der Waldwiese
stehen. Björt hatte es nicht so mit anhalten auf meine Bitte, aber bevor die Pferde neben uns anfingen zu rennen und zu bocken hatte ich Björt im Griff und es ging im Schritt nach Hause.
Svandis habe ich dann ohne Sattel vom Hof bis zu unserer Garageneinfahrt „geritten“. So knapp 30 m sind das. Wollte doch nur wissen, ob sie mit Gewicht genau so gut tritt, wie beim Spazierengehen. Und das fühlte sich super an. Am Südweg bin ich aber doch abgestiegen und wir sind da hochgelaufen, Straße lang und Feldweg zurück. Unsere übliche 5 bis 10 Minuten Runde. Hat wieder sehr schön geklappt. Kein Fehltritt oder Lahmen zu sehen.
Wir können langsam wieder anfangen.