Bereits zur Heuernte im Juni hatte ich ja leichte Startschwierigkeiten mit dem New Holland. Ständig war die Batterie leer und musste vor Gebrauch des Treckers geladen werden.
Zwar war die Batterie erst 4 Jahre alt, hat sich aber wahrscheinlich kaputt gestanden. Ich benutze den New Holland einfach zu wenig. Da ich aber nun ab nächste Woche wieder Urlaub habe, und meine Heuwiese “dran” wäre, habe ich mir heute eine neue Batterie geholt. Auf der Heuwiese ist zwar nur nichts (in der prallen Sonne) bis ca 10 cm (im Waldschatten) gewachsen, aber durch die eher geringe Ausbeute bei dem ersten Schnitt, will ich einen zweiten Schnitt versuchen. Denn etwas dazu kaufen wird in diesem Winter sehr sehr schlecht werden, oder sehr sehr teuer.
Meine Mutter und ich haben uns überlegt, dass wir das bißchen was auf der Wiese ist, lose einfahren werden. Haben wir vor vielen Jahren schon mal gemacht. Auf dem Dachboden ist auch genug Platz, da werde ich das zu erwartende Heu unter bekommen.
Naja, jedenfalls war die alte Batterie schnell ausgebaut, und die neue Batterie war ebenso fix eingebaut.

Einmal Schlüssel umdrehen und sofort sprang der New Holland an. Kein Stottern, keine Warnblinker, keine Explosionen. Hab ich wohl richtig gemacht. Auch eine Probefahrt haben Dexter und ich mit dem Trecker gemacht 🙂 Alles fein und 41 km/h auf gerader Straße.
Weil es Dexter vor der Treckerfahrt zu lange gedauert hat, hat er seinem großen schwarzen Freund das Spielzeug geklaut. Aber als der Trecker lief, stand der kleine Mann sofort da. Ohne ihn Treckerfahren geht gar nicht. Da er aber mit durfte, war für ihn alles gut.
Nach der Probefahrt noch schnell die Pferde versorgt und dann war Feierabend.

Ja, alle paar Wochen – eher später als früher – gehe auch ich um Friseur. Und weil meine Mutter nicht gern Auto fährt und schon gar nicht in irgendwelche Einkaufszentren oder so, mache ich immer Termine für 2 Personen. Darf man es schreiben? Schon als “Essanelle” noch bei Hagemeier in der Innenstadt von Oeynhausen eingemietet war, sind wir dort Kunden gewesen. Und mit dem Wechsel in den Werre Park sind wir dort auch treu geblieben. Eigentlich alles nichts besonderes – wir sind halt treue Seelen und bisher war auch immer alles fein.

Heute jedoch war es eine Katastrophe. Wir hatten um 17.30 Uhr den Termin bekommen. Waren wie immer etwas früher da. Jedoch mussten wir heute über eine Stunde warten bis wir dran kamen. Das kenne ich noch aus den Zeiten, wo dort ohne Termin gearbeitet wurde, aber seit der Terminvergabe lief es eigentlich immer pünktlich. Heute waren nur 2 “Stylistinnen” dort. Sonst sind es innerhalb der Woche um die Uhrzeit immer so 4-5. 2 Kundinnen wurden bereits bedient, 1 Kunde wartete. Wir nahmen auch Platz. Die Dame vor uns war mit dem Schnitt, den die “Stylistin 1” (neu in dem Laden) ihr verpasst hatte schon nicht zufrieden und bestand auf Nachbesserung – aber durch die Kollegin. Natürlich war “1” entsprechend angefressen, hat aber den wartenden Herren bedient. Auch er sah eher unglücklich aus betreffend seiner neuen Frisur, sagte aber nichts. Denn so wie ich es mitbekommen habe, hat er auch schon länger als geplant gewartet und noch einen Anschlusstermin den er wahrnehmen wollte… Tja, dann kamen wir dran. Wie gesagt, nach über einer Stunde warten.

Meine Mutter meinte, bei ihren kuren Haaren könne ja nicht viel passieren und wurde daher von “Stylistin 1” bedient, ich war froh, das sich “2” meiner langen Haare annahm und da ich “2” auch kannte war das kein Problem. Fix Haare waschen, Spitzen ab, locker föhnen, fertig. In der Zeit hatte “1” bei meiner Mutter gerade mal die Spitzen etwas gekürzt, aber keinesfalls dem Wunsch meiner Mutter entsprochen und die Haare “richtig kurz” zu schneiden. Ich erdreistete mich zu sagen “meine Mutter möchte die Haare kürzer und um die Ohren frei” – bekam dann von “1” zu hören, das das dem natürlichen Haarwachstum und der Fallrichtung widersprechen würde und das man die Haare nur auf anderem Wege zum Wachstum anregen könnte. Dennoch – ich bin sturer Ostwestfale – sagte ich erneut, das es kürzer soll. Und auch meine Mutter, die schlecht Schimpfen oder Widersprechen kann, bestand darauf, dass die Ohren freigeschnitten werden, und auch das Deckhaar noch kürzer. Okay, die Scheere wurde nochmal etwas bemüht, aber nur minimal. Als “1” mit einem erfreuten Lächeln, sie fand ihre Arbeit toll, die Haare meiner Mutter in Form zupfte, sagte ich “die Haare sind noch zu lang, Mutter hat die immer kürzer” “Gut das ich auch noch da bin” erwiderte “1” . Mutter schüttelte nur den Kopf und sagte, “ich kann und will jetzt nicht mehr, sowas habe ich ja noch nie erlebt – ich weiß nicht ob ich wieder herkommen will”
An der Kasse bekam leider “2” den Frust ab. Mama beteuerte erneut, das sie total unzufrieden ist – sie zitterte sogar vor Wut. So habe ich sie selten gesehen. “2” entschuldigte sich vielmals und wir bekamen jeweils einen 3,-Euro Gutschein – einzulösen beim nächsten Besuch. Trinkgeld gab es wegen der langen Wartezeit und der völlig am Kundenwunsch vorbei gegangen Arbeit auch nicht.
Wir wissen wirklich nicht, ob wir dort noch weiter Kunden sein möchten. Jedenfalls nicht, wenn “Stylistin 1” dort noch länger beschäftigt ist.

Anschließend haben wir uns zur Frustbekämpfung ein Eis gegönnt und sind einmal durch den Werre Park gelaufen. Auf dem Rückweg dann in den Elektroladen, da ich für das Büro eine neue Kaffeemaschine besorgen sollte. Prima, unsere Wunschmaschine im Angebot für nur 37,- € statt der normalen 52,- €. Ich habe noch 2 Kleinigkeiten für mich mitgenommen und fix bezahlt . Gar nicht so drauf geachtet, und irgendwie – wir waren fast raus aus dem Werre Park “Moment – die hat mir doch Zuviel für die Kaffeemaschine abgenommen… also wieder zurück, von der Kasse wurden wir in die Abteilung zurückgeschickt, dort musste die Beraterin mir einen entsprechenden Storno- und Auszahlbeleg erstellen und damit dann wieder zur Kasse, damit ich das Geld zurück bekomme. Heute ist echt nicht mein Tag… gut das der nun rum ist.

Wie immer muss das gemähte Gras einige Tage gewendet werden. Idealerweise bei Sonnenschein und etwas Wind. Montag und Dienstag war es kühl und bedeckt, dennoch trocknete das Gras gut ab. War ja auch schon fast “Heu auf Halm” als ich gemäht habe. Natürlich ist auch immer der kleine Mann bei mir im Trecker, denn Dexter liebt das rumfahren.

Am Donnerstag habe ich um 8 Uhr mit Dexter einen Arzttermin gehabt, denn die jährliche Impfung stand wieder auf dem Plan. Gegen Mittag kam der Hufschmied und hat bei Björt und Svandis wieder alles schick gemacht. Da ich recht lang mit dem Anruf beim Schmied gewartet hatte und dann auch nicht gleich einen Termin bekommen konnte, waren es jetzt gut 10 Wochen wischen den Terminen. Da die Vorderhufe der Pferde arg lang geworden waren und ausbrachen hatte ich zwischendurch schon etwas weggeschnitten und begradigt. Aber unser Schmied kann das deutlich besser als ich. Als der Schmied wieder vom Hof war, sind Dexter und ich wieder mit dem Trecker durch das Heu. Anschließend habe ich die Ränder per Hand etwas in Form gezogen. Nach ein bißchen Pause und bangen Blicken auf die Wettervorhersagen auf diversen Internetseiten habe ich am Abend dann das liegende Heu in Reihen gezogen. Wenn es denn regnen sollte, ist wenigstens nicht alles nass.
Der Wind hat einige meiner schönen Reihen etwas auseinander geworfen 🙁 Aber nicht schlimm. Tatsächlich ist Donnerstag Abend/Nacht einiges an Regen in das Heu gekommen. Freitag am späten Morgen habe ich es dann wieder ausgebreitet. Dank etwas Sonne und Wind trocknete das Heu wieder schön durch. Freitag abend habe ich wieder in Reihen gezogen.

Samstag Mittag fing unser Nachbar an das Heu zu pressen. Der Bruder und die Schwägerin und die Neffen kamen zum Helfen, ebenso wieder eine sehr nette Arbeitskollegin und eine Freundin aus Realschulzeiten. Tante und Mutter haben auch mit angepackt. Eigentlich hat alles ganz gut geklappt mit dem Einfahren. Laut Zähler an der Presse waren es 518 Bund Heu. Das langt leider nicht ganz für 1 Jahr, da die Pferde ganzjährig mit Heu zugefüttert werden und ich knapp 700 Bund bräuchte. Nun überlegen einen zweiten Schnitt zu machen im September oder wie dieses Jahr etwas dazu zu kaufen. Dazu kaufen ist weniger anstrengend und nervenaufreibend.

Nachdem das Heu auf dem Dachboden verstaut war, gab es noch Nudel- und Kartoffelsalat. Da das Wetter noch schön warm war haben wir draußen vor dem Schuppen gesessen und unser Abendessen genossen. Dann noch Hänger, Höhenförderer und Trecker in den Schuppen bugsieren. Irgendwie nimmt der Höhenförderer mehr Platz weg als gedacht. Passt alles nicht mehr so wie vorher und wenn ich Schwader und Zetter sauber gemacht habe muss ich das Puzzle der Landmaschinen im Schuppen noch mal neu ordnen.
Nachdem die Helfer fort waren haben Mutter und ich noch etwas den Hof gefegt und ich musste noch die Pferde versorgen. Anschließend noch geduscht und gegen 22.45 Uhr war dann auch endlich Schluss und ich bin auch früh ins Bett.
Heute war mehr so ein Tag Pause. Habe nur den Zaun an der Heuwiese wieder eingepflanzt und bei den Pferden etwas aufgeräumt.
Dexter ist auch noch ganz kaputt und genießt das Nichtstun.

Sonntag hat mein Bruder den Wohnwagen abgeholt um ihn für den TüV vorzubereiten. Und da bei mir endlich mein Jahresurlaub ansteht, und dieser wie immer für das Heu machen genutzt wird, haben wir gleich das Mähwerk an den New Holland gehangen. Nachdem ich soweit alles vorbereitet hatte, die Weidezäune entfernt, Keilriemen gespannt am Mähwerk, Transportsperre entfernt und so weiter, habe ich den New Holland auf dem Hof Probelaufen lassen. Alles fein. Gegen 16 Uhr wollte ich es wagen und mähen. Weit kam ich nicht. Eigentlich wollte ich ein kleines Stück am Weg probemähen, ob ich alles richtig eingestellt habe, aber kaum legte ich den Hebel um, das die Zapfwelle das Mähwerk antreibt, leuchtet ein Tannenbaum an Fehlermeldungen im Cockpit des New Holland auf und … zack.. aus ist er. Sprang auch nicht mehr an. Behauptete das die Batterie zu schwach ist. Also wieder 1,5 Stunden aufgeladen. So konnte ich den Trecker wenigstens auf den Hof fahren und habe dort auch nochmal einen Probelauf mit dem Mähwerk gemacht – keine Probleme. Nur Mähen wollte ich um halb sechs dann auch nicht mehr. Stattdessen habe ich zu meiner Beruhigung eine kleine Runde mit Björt gedreht.
Der Anblick von “Öhrchen voraus” ist eine tolle Aussicht und gestern war die kleine Fuchsstute auch sehr lieb. Naja, bis sie ihre erste Galoppstrecke sah, da brauchte ich dann gar nicht versuchen sie mit dem Sidepull zurückzuhalten. Die Borstenbachstraße lang bis zum Loher Busch wollte Björt immer antölten, aber auf der Straße mag ich das nicht. Im Wäldchen durfte sie dann noch mal etwas schneller. Auf dem Feldweg zwischen den Pferdeweiden der Nachbarn waren leider Spaziergänger, so das Björt dort nicht “durfte”. War eine schöne kleine Runde, hat uns beiden gut getan. Während des Ausritts kam mir auch der Gedanke, das ich die Senkhydraulik beim Trecker nicht wieder auf Neutral gestellt habe, als ich die Zapfwelle angestellt habe. Das war wahrscheinlich mein Fehler und deshalb wollte der Trecker nicht mehr.

Heute habe ich leider noch keinen Urlaub, aber ich konnte bereits gegen Mittag aus dem Büro flüchten. Habe mich gleich umgezogen und bin ganz fix auf den Trecker gekrabbelt. Der New Holland sprang gleich an und der Probelauf auf dem Hof war auch kein Problem. Diesmal dachte ich auch an die Neutralstellung und .. Jawoll! Alles funktionierte wie gewünscht. Der Motor des New Holland lief ruhig und stabil. Kein Stottern, kein Leistungsverlust. So konnte ich dann Runde um Runde mähen. Natürlich war Dexter immer bei mir in der Fahrzeugkabine. Kann ja nicht sein, das der Trecker gefahren wird und er darf nicht mit.

Nach knapp 2 Stunden war die Wiese platt und ich habe das Mähwerk mit dem Hochdruckreiniger sauber gemacht. Da mein Bruder im Mai bei seinen Nachbarn ein wenig mit Holder und Agria gewerkelt hatte, habe ich die beiden Maschinen auch noch sauber gemacht. Beim Abhängen des Mähwerks hat meine Mutter geholfen und auch beim in den Carport schieben musste meine Mutter helfen.
Nachdem die Geräte wieder verstaut waren, habe ich die Ränder der Heuwiese mit der Motorsense nachgemäht. Erst wollte ich ja wenden, doch besser ist es, wenn die Ränder sauber sind. Ich traue mich beim Mähen mit dem Trecker nicht so nah an die Zäune der Wiesen. Also habe ich von 16 bis 18.50 Uhr einmal rund um die Wiese gemäht. Dexter ist immer zwischen mir und meiner Mutter hin und her gerannt. Sie war im Garten und ich auf der Wiese – da konnte der kleine Mann prima rennen. Gewendet habe ich das Gras am Abend dann nicht mehr. Pferde versorgen und einmal kurz knuddeln und dann ab in die Dusche. Schnell noch einkaufen fahren, weil Getränke und Obst alle.
Morgen geht es dann nochmal ins Büro. Ich hoffe, dass ich wieder gegen Mittag gehen kann. Denn das Gras muss ja gewendet werden. Ab Mittwoch habe ich dann offiziell Urlaub.


Es war nicht zu leugnen, der kleine Mann benötigt dringend einen Termin beim Friseur. Leider hat kurzfristig niemand Zeit und bis Juni warten, dazu habe ich keine Lust.
So habe ich am frühen Nachmittag heute meine Pferdeschermaschine aus der Schublade hervorgeholt und den kleinen Mann an der Leine mit einer Hand festgehalten und mit der anderen Hand mit der Maschine geschoren. Bauch, Hinterbeine und Hals gingen auch ganz gut. Aber Vorderbeine, Popo und Kopf, da muss jemand festhalten. Meine Maschine ist auch zu groß dafür. Ich kann verstehen, das Dexter da etwas Angst bekam. Meine Mutter konnte den Hund leider nicht fest/ruhig genug halten. Später mit dem Kamm kam ich aber auch am Kopf und den Vorderbeinen nicht gut klar. Naja, von weitem kann man ihn jetzt ansehen 🙂
Das Ergebnis ist einigermaßen erträglich.

Die Pferde genießen es derweil wieder auf die Wiese zu dürfen, auch wenn sie es gemein finden, das es nur Stundenweise ist, und das sie nicht immer “ins hohe Gras” dürfen.