Eine Freundin von mir wollte gern mal „fremdgehen“ und da ich so ziemlich zu allen Schandtaten bereit bin, habe ich natürlich Ja gesagt. Den Tipp mit dem Mühlenhof Dudensen haben wir irgendwann mal über die Yahoo-Islandpferde-Liste bekommen. Reiten auf brasilianischen Gangpferden, den Mangalarga Marchadores. Alles über 145 cm ist mir persönlich ja schon zu groß, aber mal für einen Tag kann ich das wohl aushalten. Morgens um 6.30 Uhr meine Süßen gefüttert und auf die Weide geschickt. Geduscht, gefrühstückt und… irgendwie wieder total mit der Zeit vertan. Ich war der Meinung, Marion wollte mich um 8.15 Uhr abholen – sie war schon ne halbe Stunde eher. Also hab ich nur schnell das Abendfutter für Svandis und Björt vorbereitet und los ging es. Bereits um 9.30 Uhr waren wir in Dudensen (Ortsteil von Neustadt a.d. Rübenberge) auf dem Mühlenhof. Eigentlich ja erst ab 10 h gewünscht, doch die Bewohner des Hofes waren schon wach. Zunächst gab es für die 4 Übernachtungsgäste und uns 4 zugereisten sowie für die 3 menschlichen Hofbewohner ein sehr ausgiebiges Frühstück, welches auch sehr lecker war. Es gab viele „alternative“ Sachen, die ich so leider nicht essen kann – z.B. selbstgemachte Quark/Sahne/Frischkäse oder selbstgemachte Butter – wenn ich es probiert hätte, hätt ich gleich am Hof bleiben können. Da vertrage ich einfach die Milchprodukte nicht gut genug. Aber es ging auch ohne Butter und mit Wurst
Um 11.30 Uhr schritt man zur Pferdeverteilung. Marion bekam einen schönen Falben – „Sideral“ (23 Jahre) – und ich einen braunen Wallach „Vilero“ (ca 26 Jahre) unsere 6 Mitreiter waren alles Wiederholungstäter, die schon häufiger dort geritten sind. Ein Pärchen war dabei, die im Juli dort auf dem Hof hoch zu Pferd sogar heiraten werden. Die Wiederkehrer bekamen so ziemlich ihre Wunschpferde. Dort wird aber auch immer wieder gewechselt, um eben nicht auf einem speziellen Pferd zu kleben.
Um 12 h ging es zu einer kurzen Einführung auf den Reitplatz und um 12.30 Uhr hat der Ritt dann (endlich) begonnen. Weg vom Hof, Feldwege, an Feldrändern entlang, über Wiesen… (wo ich hier daheim nicht mal im Traum dran denken würde lang zu gehen – hier würden einen die Bauern köpfen.) Nach knapp 1,5 Stunden gab es die erste kleine Fresspause für die Pferde und Pipi-Pause für die Menschen. Eine weitere Stunde später wurde an einer Scheune am Waldrand eine lange Pause für Pferd und Mensch gemacht. Die Pferde im Wald an Bäume gebunden, für uns Reiter gab es ein sehr ausgiebiges Picknick mit allem drum und dran. Die 5 Liter Wasser reichten nicht so ganz, dafür wollte niemand den Wein probieren. Bei der Wärme Alkohol. Das geht ja gar nicht. Nach ca 1 Stunde – kann auch länger gedauert haben – ging es weiter zu Pferd. Bei „Koki“ auf dem Isländergestüt Hrafnsholt bekamen wir Reiter und Pferde dann noch mal etwas Wasser und von dort aus ging es im großen Bogen wieder heim zur Mühle. Ca. 18.15 Uhr war vom Pferd steigen angesagt.
Den ganzen Tag über haben wir viele lange Strecken in der Marcha zurückgelegt, und auch der Schritt war nicht gerade langsam. Galoppiert wurde gar nicht. Das liegt den Marchas wohl nicht so. Die Sättel (Westernsättel und Brasilianische Arbeitssättel) waren ganz okay. Henning (Hofchef) hat auch eigentlich für jeden Reiter das passende Pferd gefunden.
Mein Vilero hatte reichlich Passverschiebung in seiner Marcha. Nicht richtig unangenehm, aber auch nicht richtig bequem. Im langsamen Tempo war die Marcha klasse – ein netter Viertakt – je schneller Vilero wurde, desto mehr Passverschiebung. Da halfen auch die Tipps „rechtes Bein Treiben, rechten Zügel annehmen“ nicht viel. Etwas, aber nicht viel. Vilero hatte den Pass für sich als Reisegangart gefunden vor ein paar Jahren, und er bleibt da drin.
Marion konnte Sideral’s Passverschiebung recht gut rausreiten. Sie wäre gern schneller gegangen – Marion im Geschwindigkeitsrausch.
Der Tagesritt war sehr schön. Sehr nette Mitreiter, gute Organisation seitens der Mühlenhofbesitzer Henning und Annette – Flotte Pferde – hat sich gelohnt der Tag!
Feiertag
Eigentlich ja „Himmelfahrt“- doch ist wohl eher Vatertag. Bei uns haben wir aber keine Schnapsleichen gefunden. [singlepic id=332 w=320 h=240 float=left]
Während wir das Heu gewendet haben, durften Björt und Svandis auf die Wiese. Svandis kommt mit ihrem Maulkorb gut klar – und so können Björt und Svandis morgens und abends je 2 Stunden auf die Wiese. [singlepic id=333 w=320 h=240 float=right]
Am Nachmittag, als die Sonne so richtig schön brannte, habe ich mich 2 Stunden auf dem Sofa ausgeruht. Dann ging es zum zweiten Mal ins Heu. Abends um 19.30 Uhr bin ich mit Björt eine halbe Stunde geritten und dann noch 10 Minuten mit Svandis. Svandis hat heute sogar mal keine Angriffe auf Autos und Motorräder gemacht. Waren schöne kleine Ausritte.
Winterfutter
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das Winterfutter muss gemacht werden. Also Gras mähen, wenden usw… Hoffentlich hält das Wetter noch ein paar Tage
kurze Runde
Tja, zum Reitplatz bin ich nicht gefahren. Mein Kopf bringt mich fast um. Es wird und wird nicht…
Gestern bin ich mit Björt 30 Minuten geritten und Svandis wurde auch endlich mal wieder kurz bewegt. Sie musste mich allerdings nur den Südweg hochtragen, dann bin ich abgestiegen und noch 10 Minuten mit ihr gelaufen. Sie ist neben mir auch getrabt, und das sah nicht mal übel aus.
Heute bin ich mit Björt durchs Dorf geritten und am Bach lang zurück – und da die Kleine total lieb war, bin ich mit ihr noch weiter „Hausrunde verkehrt herum“ geritten. Heute ein reiner Schrittausritt. War auch zur Abwechslung mal klasse. Björt war auch sehr entspannt und ging immer am langen Zügel. Trotzdem war sie nach der knappen Stunde etwas am Schwitzen.
Mit Svandis bin ich dann gleich im Anschluss los. Südweg hoch und noch knapp 100 Meter musste sie mich tragen, dann sind wir noch so 15 Minuten gelaufen. Sie trat sehr gut zu. War sehr schön.
Ponys bekamen Heu und Wasser und ich hab mich eine Stunde hingelegt. Von 17 bis 19 Uhr durften Björt und Svandis nochmal auf die Wiese – heute früh waren sie auch schon 2 Stunden draußen. Finden sie gut, das sie etwas rumlaufen dürfen. Svandis war abends, als ich zum reinholen/füttern runter kam aber schon wieder drin. Muss sie wohl eine Mücke geärgert haben, dann ist Svandis ja sofort auf der Flucht und im mückenfreien Stall.
Swana und Svandis
Der Bruder hat mal was für seine Schwester gebastelt 🙂 Ich habe noch einen Film „von früher“ auf der Platte gefunden. Ich hoffe, es ist in Ordnung, wenn ich das hier einbaue …