Eigentlich wollte ich die Augen davor verschließen, doch es ist wohl wirklich so.

Svandis hat Hufrehe

Geht kein Weg dran vorbei.
Seit Donnerstag geht es im Prinzip ja immer schlechter. Und das Hippopalazon hat letzte Woche irgendwie so gar nicht angeschlagen. Trotz Medikamente hat Thomas auch gesehen, das sie auf allen 4ren nicht klar geht. Hmm… Samstag und Sonntag hat Svandis den Großteil des Tages liegend auf der Weide verbracht. Gefressen hat sie dabei nicht. Darum ließ ich sie da rumliegen. Auch heute hat sie wohl 90 % des Tages auf der Wiese gelegen und nicht gefressen. Meine Eltern haben es nicht geschafft sie von der Weide zu bekommen. Weder mein Vater noch meine Mutter schafften es. Obwohl sie ihr das Stallhalfter aufgetan hatten. Ich hab Svandis um halb vier dann böse ausgeschimpft und da kam sie dann sehr wiederwillig mit in den Stall.

Um 16.45 Uhr kamen unsere 2 Tierärzte. Beide waren sofort der Meinung : hochgradige Hufrehe. Svandis brauchte sich gar nicht groß bewegen. Es reichte ein halber Schritt. Sofort Aderlass.
Erst linke Halsseite. Die Braunüle saß ziemlich schnell zu und das Blut ist fast noch im Schlauch geronnen. Trotz Braunüle spülen mit Kochsalzlösung kam aus der Ader nix mehr raus. Also wurde die Halsseite gewechselt. Auch die Ader war nicht so prickelnd. Aber ca 4 Liter Blut haben wir insgesamt abgezapft bekommen. Heparin und Phenylbutazon wurden wieder gespritzt. Vorn bekam Svandis Angußverbände.

Ab morgen früh muss ich dann morgens und Abends Heparin unter die Haut spritzen und Metacam ins Maul geben.
Mittwoch oder Donnerstag telefonieren wir nochmal wie es Svandis geht.
Weide ist tabu
Kraftfutter natürlich auch

Der ganze Scheiß von vorn.

Sonntag habe ich den Stall bißchen ordentlich gemacht, und die Hütte tief mit Sägespäne ausgestreut und „Abfallheu“ drüber, das es weich ist. Als ich Svandis mittags von der weide schliff, stand sie dann auch gern in der Hütte. Leider hat sie auch ordentlich da rein gepinkelt…
Dann Essen kochen, da meine Eltern weg waren. Um 13 Uhr kamen sie endlich – Essen musste wieder aufgewärmt werden (Bratkartoffeln, Kohlrabi, Schnitzel) Anschließend wieder Heu wenden und ich Ränder nachziehen.
Meine Eltern waren zum Kaffee eingeladen. Kamen um 17.30 Uhr wieder – da haben wir das Heu dann in Reihen gezogen, weil wir eigentlich heut pressen wollten.
Ich habe Svandis dann eine Runde um den Heuacker zwangsbeweget. Sie humpelte anfangs, lief sich dann relativ gut ein. Ging sogar recht flott neben mir her. Interessierte sich überhaupt nicht für die Großballenpresse neben uns auf Walters Wiese. Ballen wurden gepresst und gewickelt – das hat sie kein bißchen gestört.
Mit Björt bin ich die gleiche Runde gelaufen. Auch sie blieb super ruhig neben der Presse. Sind schon coole Pferde wenn es drauf ankommt.
Kaum war ich mit den Pferden fertig, setzte der Regen ein. So ein Mist.

Freitagnachmittag war Thomas kurz hier und guckte nach Svandis Hufen. Druckempfindlich war sie nicht, aber laufen konnte sie trotzdem nicht gut. Nach Hufabzess haben wir geforscht, aber da Svandis nicht auf Druck reagierte war da nichts. Wochenende noch abwarten, dann wieder Tierärztin anrufen.

Samstag war ich ab 9 Uhr draußen. Unkraut ausziehen usw. Ab 10.30h guckte ich immer, ob Svandis noch liegt oder wieder steht. Sie stand erst um kurz nach 12 Uhr wieder auf – da habe ich sie gleich in den Stall geführt. Aber solange sie gelegen hatte, hat sie auch nicht gefressen.
Nach Mittag hat mein Vater unser Heu gewendet, und ich habe wieder die Ränder mit der Harke nachgezogen und die dicken, feuchten Stellen aus dem Waldschatten in die pralle Sonne getragen.
Um 17 Uhr habe ich mir Samstag Björt geschnappt und bin mit ihr 1 Stunde in den Wald geritten. Man war die drauf. kaum zu halten. Auf einer Galoppstrecke ließen wir 2 Großpferden ca 200 m oder mehr Vorsprung – die Strecke ist nicht so arg lang – ich musste Björt sehr abbremsen – sonst hätten wir die Großen locker überholt.
Die 2 bogen dann ab auf eine andere Strecke – für die Richtung Heimat (stehen bei Gabi in der Reithalle) – ich ritt noch eine Schleife und hatte sehr mit Björts Geschwindigkeit zu kämpfen. Da zitterten mir echt teilweise die Knie. War heftig die Kleine.
An der Reithalle hatten wir die Großpferde übrigens wieder eingeholt.

Den Abend verbrachte ich bei meiner Freundin. Bis fast zum Ende haben wir bei „Schlag den Raab“ durchgehalten. Wegen heftiger Müdigkeit und Muskelkater bin ich aber doch noch vor dem Ende der Show abgehauen.

Mittwoch wurden die Pferdeweiden – wo sie z.zt. fressen, nachgemäht, das lange feuchte Gras dabei weg. Und ich hab im Garten die Bohnen rausgerissen und (komplett) auf den Kompost gekippt. Nix mehr auspuhlen. Da wird man ja irre bei. Weg damit.
Mittwoch bin ich mit Björt dann auch noch die Hausrunde geritten. Die war begeistert und ließ sich nicht bremsen. Hat aufgrund des schon sehr dichten Winterfells geschwitzt und sehr gepustet, aber sie wollte so rennen.

Donnerstag haben wir die große Wiese gemäht. 2ter Schnitt Heu. So bin ich mit Harke bewaffnet 4 mal um die 1,2 Hektar Grünland gelaufen und habe die Ecken nachgezogen, ganz dicke Grasbüschel verteilt… Nun merke ich so ungefähr jeden Muskel.
Hoffentlich hält das Wetter wirklich – so das wir nächste Woche pressen können. Naja, gestern hat das Gras/ Heu jedenfalls schon gut „angezogen“ War ja auch unheimlich warm und sonnig.

Abends habe ich Björt longiert, die wieder mit Feuereifer bei der Sache war. Und weil Svandis so gebettelt hat bin ich mit ihr 2 Minuten auf dem Hof gegangen. Aber das war mehr ein schleichen, und staksen. Sie kann nicht gut gehen. Das Laufen dat aber den Gelenken gut. Denn die schwollen mit der Bewegung sofort ab. Da weiß man echt nicht, was man machen soll. So wie TA es sagt „stehen lassen, nix tun“ oder zur Bewegung zwingen, damit die Gelenke dünner werden. Je länger Svandis gelaufen ist, desto besser trat sie auch zu.

Dienstag war schönes Wetter, und entsprechende Arbeit wurde erledigt: Kartoffelernte.
Der Holder wurde zum Kartoffelroden eingesetzt und dann Kartoffeln aufsuchen.
Damit waren wir (fast) den ganzen Tag beschäftigt.
War eine gute Ernte – ganz viele und ganz dicke Kartoffeln.

Die Pferde hatten komplett frei.