Testausritt

Sonntag morgens war das Wetter wirklich doof. Als ich kurz vor 7 Uhr gefüttert habe, da war es zwar windig, aber trocken. Und als ich um 9.15 Uhr wieder die Augen öffnete, habe ich mir lieber die Decke nochmal über den Kopf gezogen. Doch zum Glück hat es dann ja vor Mittag aufgehört zu Regnen und es trocknete ab.
Eigentlich hatte ich Kirsten gesagt, so um 14 Uhr, doch wir smsten kurz und so war sie kurz nach 13 Uhr schon da. Pferde geputzt, gesattelt und losgeritten. Björt wollte gleich wieder voranstürmen, was Svandis bereits auf dem Hof zu 2 unwilligen Austretern nach hinten veranlasste. Irgendwie gefielen Svandis die Schuhe auch nicht.
Björt wollte ihr Tempo gehen – aber durfte nicht so ganz. Kirsten hat immer wieder auf Svandis und mich gewartet. Svandis fand alles ganz schlimm. Wie so ein Baby, das noch nie im Gelände war, und Reiter auch nicht kennt. Bei Svandis fängt man nach einer Pause wirklich immer wieder bei Null an. Kann doch etwas nervend sein.
Bis zum Habichtsweg haben wir es ohne große Auseinandersetzungen geschafft. Das ging recht gut. Da runter führen war auch ok wie immer. An dem Spazierweg zu den Mühlwiesen wieder aufsteigen. Kirsten ließ mir den Vortritt, weil sie weiß das Björt sonst nur zappelt, wenn ich zu lang mit Svandis brauche. So saß ich oben, als Kirsten Björt erklomm, Björt gleich eine Hinterhandwendung vom Feinsten und schwupp weg …. Nicht gut, gar nicht gut. Sattel war nicht fest genug, war sehr nach links gerutscht bei ihrer Wendung, Kirsten konnte den auch nicht gerade rücken. Und Svandis – statt hinter her zu gehen – bocken, auskeilen, Kopf einrollen. Auf vorantreiben reagierte Svandis eher mit noch bockiger sein als mit voran gehen.
Kirsten zurück gerufen. Sie nochmal abgestiegen, Neu gesattelt, aufgestiegen – Björt wieder „wusch“ weg. Svandis wieder bockig – aber nach Einsatz des Kommunikationsmittels ging sie auch voran, aber unheimlich eingerollt – obwohl ich ihr die Zügel ließ. Weiß der Geier, warum die den Kopf in solchen Situationen immer an die Brust zieht, ich ziehe den da nicht hin. Natürlich sitzt man auf einem so angespannten Pferd nicht gerade locker. Björt hatte ihr Renntempo wieder entdeckt und Kirsten drehte sie alle 50 Meter zu uns um um zu Warten. Gruslig.
Ab der „Erni+Boni-Brücke“ waren beide Pferde wie gespannte Bogensehnen. Ganz schlimm. Und es war nicht Björt die losstürmte. Klar, die Fuchsstute war vorn – aber Svandis rollte die Sache mal von hinten auf. Ich war da nicht so begeistert von. Kirsten ist mit Björt dann den Berg hoch – und Svandis hinter her. Auch im Galopp, obwohl ich es nicht so wirklich gern wollte – aber besser so, als bocken.
3/4 des Berges hielten die Hufschuh, dann war hinten links weg – lag aber deutlich sichtbar auf dem Weg. Also anhalten, absteigen, zurück zum Schuh, anziehen, aufsteigen weiterreiten. Das hat sogar Björt fein mitgemacht, nur das Kirsten da nicht abgestiegen ist. An den Schafen vorbei war auch kein Problem. Aber dann an Gabis Pferden spielete Svandis sich auf wie Primadonna. Bin lieber abgestiegen, bevor es bös endet. Ich merkte nur, sie wölbt sich, sie spannt sich – der Kopf geht tief – das wollte ich nicht. Abgestiegen, 4-5 Mal an den Pferden hin und her geführt, bis sie ihr Gestampfe und Gehampel eingestellt hat. Aber aufgestiegen bin ich bis zu Hause nicht mehr. Svandis war eh schon sehr nass geschwitzt. Auch Kirsten führte Björt ab da heim.
Auf unserem Hof bin ich nochmal aufgestiegen, zur Garageneinfahrt und zurück geritten – und dann absatteln, Schuhe aus und Schluss. Heu und wasser hingebracht – Feierabend.
Abends beim Füttern nochmal den getrockneten und matschigen Schweiß ausgebürstet.

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