Nachdem die Woche mit reichlich Arbeit ausgefüllt war (Heu umpacken, die letzten Hänger Heu abladen, Hänger und Heupresse sauber machen, Wiese von liegengebliebenem Heu befreien, im Garten mit Vater etwas umbuddeln) und ich nur Dienstag, Donnerstag und Samstag je kleine Runden mit Björt geritten bin und mit Svandis auch so 10 Minuten, wollte ich gestern mal wieder etwas länger weg.
So habe ich mir am frühen Nachmittag Björt geschnappt und bin in den Oberbecksener Wald. Es war schön leer – keine Spaziergänger, nichts. Richtung Reitweg runter – na toll – da hat so ein Schreibtischtäter bei der Stadt oder im Forstamt wohl noch ein paar LKW mit Schotter gefunden. Einfach mal drauf auf den Reitweg „kann man klasse drauf reiten“, auf losem Schotter. Nichts festgefahren – einfach hingeschmissen. Nein – Björt musste sich natürlich nicht die Hufe zerstören. Bin ich eben einen anderen Weg gegangen. Dieser wird momentan von allen Reitern und Spaziergängern genutzt, weil eben der Reitweg total unbereitbar/unbegehbar ist. Selbst für Hunde und Spaziergänger ist der wieder neu geschotterte Weg eine Zumutung. Björt war klasse drauf und lief flott über den schönen naturbelassenen Waldweg. Um die Kurven, über Bäume klettern – prima. Natürlich durfte sie auch galoppieren. Tölt war auch teilweise okay – obwohl gestern auch Trab kam, das war nicht so bequem. Da Björt wieder schneller war als gedacht, sind wir noch ein paar Schleifchen im Wald geritten und dann wieder Richtung Heimat. Aber nicht die Wölpke entlang, sondern den Habichtsweg runter und am Borstenbach zurück. Auch für die Fuchsgrund waren noch ein paar LKW mit Schotter über. Letztes Jahr schwimmt der Weg an den Schafweiden weg und wird Metertief ausgespült – nun ist mittlerweile alles Meterhoch mit Schotter übergekippt. Aber natürlich nicht verdichtet oder so – nein, das kippt man da einfach hin. „Irgendwer“ wird es schon festfahren. Schreibtischtäter – Nachdenken unerwünscht…
Björt hatte nicht mal mehr Lust auf dem Feldweg nach Hause zu galoppieren – sie hatte genug getan.
Mit Svandis bin ich dann auch sofort los. Südweg hoch hat sie mich fein getragen. Auf der Wiese gegenüber vom Südweg stehen derzeit zwei Pferde. Die wieherten mein Pferd sehr freundlich an, und Svandis blubberte zurück – wollte aber keinen Schritt weiter gehen. Stehenbleiben und Pferdeunterhaltung ist zwar schön, aber nicht so gewollt. Hab ein bißchen Druck gegeben, wollte ja weiter – doch Svandis reagierte mit Verspannung und deutete ein Bocken an. Ich saß natürlich wieder ohne Sattel auf dem Pferd… Hmm – bin ich eben abgestiegen und die kleine Runde mit ihr gelaufen, die ich eigentlich (halb) reiten wollte. Am Feldweg wäre ich sowieso abgestiegen, da sie auf unebenem Boden (noch) nicht so toll geht. Die Balance und Kondition fehlt einfach noch. Aber sonst geht sie schon toll.
Autor: Birgit
alter Hund
Tja, unsere kleine Askja (manche behaupten sie heißt Tiffy) ist nun schon 11 Jahre alt. Vor ein paar Wochen habe ich das erste Mal für sie Seniorfutter gekauft. Askja sah mich ziemlich verständnislos an und war von der Futterumstellung nicht sonderlich begeistert. Mittlerweile mag sie aber auch ihren Seniorenteller.
Heute war es dann soweit, das sie „nüchtern“ beim Zahnarzt sein musste. Ich dachte ja so in meinem jugendlichen Leichtsinn, das das fix geht und wir das eben mal abends machen könnten. Aber da sie letzte Woche den Tierarzt nicht wirklich in ihr Maul gucken lassen wollte, ging es nur mit Vollnarkose. Heute früh um 8.30 Uhr also Askja beim Tierarzt abgegeben und um 10 Uhr kam der Anruf, das sie schon fertig und wach ist – „die will nur noch nach Hause“. Klar darf sie. Die Zähne sind wieder schön sauber, der Zahnstein ist weg. Leider musste auch ein Backenzahn gezogen werden, der hatte zu tief Karies. Der Zahn der mir am meisten Sorgen gemacht hatte – ganz hinten rechts – ist wunderbar in Ordnung. Warum der Kiefer dort eine Beule nach außen hat, ist nicht ersichtlich. Das Röntgenbild völlig unauffällig. Langsam kehren nun auch Askjas Lebensgeister zurück. Sie hat aber auch von 11 bis jetzt durchgeschlafen 🙂
Start in den Arbeitsurlaub
Heute früh um 8.15 Uhr war der Hufschmied da. Die Tierärztin hatte gesagt, das ich zum Huftermin ruhig Equipalazone besorgen sollte – vorsorglich- doch heute früh habe ich Svandis noch nichts davon gegeben. Also vorlaufen (ohne Medikamente intus) unser Hufschmied fand das auch sehr gut, was Svandis da zeigte. Da genug Hufhorn nachgewachsen war, und ich lieber noch mal 5-6 Wochen ruhigstellen will – also wenig Hufbewegung – haben wir nochmal die Reheeisen drunter genagelt. Die Klebeschuhe hatte ich auch noch nicht vorbereitet. Durch das Heu kam ich noch nicht dazu die Klebe“eisen“ fertig zu machen. Egal, wieder Polster unter die Eisen und genagelt- Vorlaufen – klasse!! Dann die Hinterhufe ausgeschnitten und rund gemacht. Die Hinterhufe bleiben weiterhin barfuß und vorn soll auch so schnell wie möglich wieder auf barfuß umgestellt werden. Nachdem die Hufe von Svandis okay waren und sie gut lief, wurde bei Björt ein bißchen Kosmetik an den Hufen gemacht. Auch sie lief fein danach.
Als der Schmied weg war, bekam Svandis als Profilaxe ein halbes Päckchen Equipalazone. Dann Maulkorb drauf und von 9.30 Uhr bis 11.30 Uhr durften Björt und Svandis auf die Wiese. Und Abends nochmal von 17.45 – 19 Uhr. Geritten bin ich heute wieder nicht, es war mir einfach zu warm und ich war total fertig.
Heute hat mein Vater einen halben ruhigen Tag gemacht. Nur Nachmittags hat er mit dem Trecker und Schwader und ich mit der Harke auf der Heuwiese noch Reste zusammengeharkt. Dann Trecker sauber machen, Heuwender und Schwader sauber gemacht. Auf dem Heuboden muss ich noch einiges umpacken, und dann können wir die Reste auf den Dachboden packen.
Hab ja nun eine Woche Zeit. Urlaub als Arbeitsurlaub – aber war ja so geplant!
Heuernte 2011
Am Mittwoch – 1.6. – haben wir die große Wiese gemäht und dann immer und immer wieder gewendet. Das überaus trockene und sogar heiße Wetter hat das Gras sehr schnell zu wunderbarem Heu weden lassen.
So war es bereits am Sonntag soweit, das wir pressen konnten. Der Bruder hat dies bereits auch schon geschrieben.
Dank einiger netter Helfer, die alle kurzfristig zugesagt hatten mir zu helfen das Heu von der Wiese zu bekommen, hat es auch wunderbar funktioniert. Die alte Köla-Fahr-Rivale hat in diesem Jahr super durchgehalten. Nachdem letztes Jahr beim Pressen einiges nicht funktionierte und wir ständig reparieren mussten, lief es dies Mal einfach nur gut.
Während des Abladens des 2ten Hängers, verdunkelte sich der Himmel immer mehr und es fing an zu Grummeln und zu Donnern. So wurden vom 3ten Ladewagen und vom Miststreuer nur jeweils die oberen 2 Reihen abgepackt auf den Dachboden, und die Hänger sicher im Carport und Schuppen verstaut. Mit Yeti und Pferdehänger habe ich noch die letzten Bunde von der Wiese geholt.
Mit Erstauen sahen wir auf die Uhr – kurz nach 21 Uhr!!! Dennoch gab es für die Helfer noch Würstchen und Kartoffelsalat.
Die Pferde bekamen entsprechend sehr spät ihre abendliche Heuration. Den Hof haben wir noch gefegt und dann war gegen 23 Uhr aber wirklich Feierabend.
Urlaub vom Islandpferd
Eine Freundin von mir wollte gern mal „fremdgehen“ und da ich so ziemlich zu allen Schandtaten bereit bin, habe ich natürlich Ja gesagt. Den Tipp mit dem Mühlenhof Dudensen haben wir irgendwann mal über die Yahoo-Islandpferde-Liste bekommen. Reiten auf brasilianischen Gangpferden, den Mangalarga Marchadores. Alles über 145 cm ist mir persönlich ja schon zu groß, aber mal für einen Tag kann ich das wohl aushalten. Morgens um 6.30 Uhr meine Süßen gefüttert und auf die Weide geschickt. Geduscht, gefrühstückt und… irgendwie wieder total mit der Zeit vertan. Ich war der Meinung, Marion wollte mich um 8.15 Uhr abholen – sie war schon ne halbe Stunde eher. Also hab ich nur schnell das Abendfutter für Svandis und Björt vorbereitet und los ging es. Bereits um 9.30 Uhr waren wir in Dudensen (Ortsteil von Neustadt a.d. Rübenberge) auf dem Mühlenhof. Eigentlich ja erst ab 10 h gewünscht, doch die Bewohner des Hofes waren schon wach. Zunächst gab es für die 4 Übernachtungsgäste und uns 4 zugereisten sowie für die 3 menschlichen Hofbewohner ein sehr ausgiebiges Frühstück, welches auch sehr lecker war. Es gab viele „alternative“ Sachen, die ich so leider nicht essen kann – z.B. selbstgemachte Quark/Sahne/Frischkäse oder selbstgemachte Butter – wenn ich es probiert hätte, hätt ich gleich am Hof bleiben können. Da vertrage ich einfach die Milchprodukte nicht gut genug. Aber es ging auch ohne Butter und mit Wurst
Um 11.30 Uhr schritt man zur Pferdeverteilung. Marion bekam einen schönen Falben – „Sideral“ (23 Jahre) – und ich einen braunen Wallach „Vilero“ (ca 26 Jahre) unsere 6 Mitreiter waren alles Wiederholungstäter, die schon häufiger dort geritten sind. Ein Pärchen war dabei, die im Juli dort auf dem Hof hoch zu Pferd sogar heiraten werden. Die Wiederkehrer bekamen so ziemlich ihre Wunschpferde. Dort wird aber auch immer wieder gewechselt, um eben nicht auf einem speziellen Pferd zu kleben.
Um 12 h ging es zu einer kurzen Einführung auf den Reitplatz und um 12.30 Uhr hat der Ritt dann (endlich) begonnen. Weg vom Hof, Feldwege, an Feldrändern entlang, über Wiesen… (wo ich hier daheim nicht mal im Traum dran denken würde lang zu gehen – hier würden einen die Bauern köpfen.) Nach knapp 1,5 Stunden gab es die erste kleine Fresspause für die Pferde und Pipi-Pause für die Menschen. Eine weitere Stunde später wurde an einer Scheune am Waldrand eine lange Pause für Pferd und Mensch gemacht. Die Pferde im Wald an Bäume gebunden, für uns Reiter gab es ein sehr ausgiebiges Picknick mit allem drum und dran. Die 5 Liter Wasser reichten nicht so ganz, dafür wollte niemand den Wein probieren. Bei der Wärme Alkohol. Das geht ja gar nicht. Nach ca 1 Stunde – kann auch länger gedauert haben – ging es weiter zu Pferd. Bei „Koki“ auf dem Isländergestüt Hrafnsholt bekamen wir Reiter und Pferde dann noch mal etwas Wasser und von dort aus ging es im großen Bogen wieder heim zur Mühle. Ca. 18.15 Uhr war vom Pferd steigen angesagt.
Den ganzen Tag über haben wir viele lange Strecken in der Marcha zurückgelegt, und auch der Schritt war nicht gerade langsam. Galoppiert wurde gar nicht. Das liegt den Marchas wohl nicht so. Die Sättel (Westernsättel und Brasilianische Arbeitssättel) waren ganz okay. Henning (Hofchef) hat auch eigentlich für jeden Reiter das passende Pferd gefunden.
Mein Vilero hatte reichlich Passverschiebung in seiner Marcha. Nicht richtig unangenehm, aber auch nicht richtig bequem. Im langsamen Tempo war die Marcha klasse – ein netter Viertakt – je schneller Vilero wurde, desto mehr Passverschiebung. Da halfen auch die Tipps „rechtes Bein Treiben, rechten Zügel annehmen“ nicht viel. Etwas, aber nicht viel. Vilero hatte den Pass für sich als Reisegangart gefunden vor ein paar Jahren, und er bleibt da drin.
Marion konnte Sideral’s Passverschiebung recht gut rausreiten. Sie wäre gern schneller gegangen – Marion im Geschwindigkeitsrausch.
Der Tagesritt war sehr schön. Sehr nette Mitreiter, gute Organisation seitens der Mühlenhofbesitzer Henning und Annette – Flotte Pferde – hat sich gelohnt der Tag!